Digitale Medien und mediale Bildung am Weidemoor

Mein Name ist Michael Gähler. Ich unterrichte als Klassen- und Fachlehrer in der Mittelstufe Sachunterricht, Mathematik, Deutsch und Kunst.

Als Medienbeauftragter unserer Schule möchte ich Ihnen zeigen, in welchen vielfältigen Zusammenhängen digitale Medien und mediales Lernen eine Rolle spielen. Sind Sie neugierig?

 

Praktisch lernen

Noch einmal alle Anschlüsse überprüfen und fertig ist der neue Arbeitsplatz! „Hier wackelt noch etwas.“ Die Schrauben festgezogen, fertig!

Maximilian und Akim bereiten sich auf ihr Berufsleben vor. Neben der Arbeit in der Schülerfirma gibt es immer wieder kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten an den Computern an unserer Schule. Das ist nicht nur spannend sondern bietet auch eine gute Gelegenheit, dass Schüler ihre Lehrer unterstützen.

 

Fotografieren lernen

Digitale Medien finden sich im Alltag aller Schüler. Manche haben ein eigenes Handy, mit dem man Fotos schießen oder Videos drehen kann. Doch auch das will gelernt sein.

Maxi hat sich die Kamera geliehen und fotografiert für ein Kunstprojekt. Ganz schön spannend, was er so sieht. Aber es gibt eine ganz wichtige Regel: Fotografiere nur jemanden, der das auch möchte!

Der Fußballer Jamaine musste nicht überredet werden – entstanden ist ein Foto in starker Pose und eigener Ästhetik!

 

Online leben

Heute hat der Oberstufenschüler Maik seinen Auftritt. „Jo man, hier ist Maik.“ leitet er selbstbewusst ein. Er betreibt in seiner Freizeit einen Youtube-Channel, auf dem er zum Beispiel Videospiele kommentiert.

Das ist ein spannender Ansatz für den Unterricht. Denn wie wäre es, eine selbst gelöste Rätselaufgabe in einem Erklärfilm zu präsentieren? Zum Beispiel wie schwer alle Schüler unserer Schule sind.

Dass sich Schülerinnen und Schüler im Internet präsentieren, das gehört zu unserer Zeit. Unterstützen wir sie also darin, sich würdevoll zu darzustellen, eigenen Grenzen kennenzulernen und sich vor Häme zu schützen.

 

Geheimnisse lüften

Unterricht bedeutet nicht nur die Welt ins Klassenzimmer zu holen; Unterricht heißt auch, die Welt in einem empathischen Sinne zu entzaubern.

Moderne Medien gibt es überall. Doch was ist eigentlich drin in den großen und kleinen Metall- und Plastikkisten?

Wir nutzen den Sachunterricht und schrauben auf was ausgedient hat. Da gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch so manche wichtige Regel zu lernen.

Elektrische Geräte funktionieren mit Strom und hier gilt: Alle Stecker ziehen!

Lebenspraxis pur.

 

Multimedial unterrichten

Ein ritualisierter Start in den Tag erleichtert den Überblick. Besonders motivierend ist ein verlässliches Tafelbild am Smartboard. Hier können Schüler die Rolle der Lehrerin einnehmen und ihre Mitschüler anleiten. Sich sicher durch die Folien zu bewegen erzeugt Selbstwirksamkeit und ermöglicht den Perspektivwechsel. „Ist ganz schön laut hier.“, staunt Daniel. Ja, das stimmt. Es ist nicht immer einfach, hier vorne als Lehrer zu sein, bestätigte ich seine Beobachtung.

Was passiert, wenn man Kaffee auf einen flachen Teller schüttet und einen Tropfen Alkohol dazu gibt? Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufenklasse M4 haben genau das in einem Experiment zum Thema Oberflächenspannung untersucht.

Im Unterricht hebe ich das strenge Handyverbot für eine kurze Zeit lang auf. Denn schließlich ist die Kamera unheimlich wertvoll, um schnell ablaufende Prozesse sichtbar zu machen.

Kennen Sie das Ergebnis des Versuchs? Probieren Sie es aus!

Ergebnissicherung ist ein Kernelement guten Unterrichts. Doch wie beschreibt man das, was nachbleibt, wenn man einen Liter konzentriertes Salzwasser verdampft? Gar nicht so einfach. Vielleicht eine Skizze? Auch das erfordert Erfahrung.

Mit der Handykamera gelingt es dafür im Handumdrehen. Am Smartboard wird daraus schnell ein emotionalisierender Gesprächsanlass. Und auch der  Einstieg in die nächste Stunde ist gesichert.

 

Unterricht reflektieren

Etwas mit eigenen Händen zu schaffen, ist ein tolles Erlebnis. Franziska hat den Hammer für sich entdeckt. Es ist aber gar nicht so einfach, sie darin zu unterstützen, dass sie Selbstwirksamkeit erleben.

Ihre Schulbegleiterin macht eine ganz fantastische Arbeit. Beiden ist die Freude am Tun deutlich anzusehen. Als Fachlehrer überlege ich mir wie ich Marina mit guten Ideen anleiten kann. Fotos aus dem Unterricht helfen mir bei meiner Unterrichtsnachbereitung.

Oft fordert das Verhalten der Schülerinnen und Schüler unser Verstehen heraus. Wir nehmen uns dann die Zeit, um uns im Arbeitskreis „Spiel und Entwicklung“ kollegial zu unterstützen.

Pädagogische Arbeit mit Herz, Hand und Verstand reflektiert den Alltag. Filmaufnahmen helfen uns dabei, bislang unverstandene Verhaltensweise zu achten.

Alina hat das Rollenspiel für sich entdeckt. Wenn sie sagt „Ich will“, dann meint sie „So wie du.“ Eine interessante Überlegung, denn künftig müssen Zahlen und Buchstaben nämlich im Rollenspiel aufleuchten.

 

Kulturtechniken einüben

Einfach losschreiben ist gar nicht so einfach. Worüber soll man denn schon schreiben?! Deshalb drehen wir einen kurzen Film – und die Story geht so:

Akrm ist mal wieder im Unterricht eingeschlafen und Franziska hat es bemerkt. Sie reißt an einem Tuch, auf dem ein Becher mit Löffeln steht. Laut scheppernd fällt er zu Boden und Akrm springt auf.

Eine tolle Darstellung, der Beifall ist den Spielern sicher. Nun schneiden wir bedeutsame Bilder mit dem Snippingtool aus dem Film, fügen Sprech- und Gedankenblasen hinzu und fertig ist ein Comicstreifen, zu dem jeder etwas schreiben kann – ganz einfach, weil jeder dabei war.

Für Jolie bedeutet das „BOOOOM“ kein einzelnes Wort sondern eine ganze Geschichte.

Mit großen Gesten erzählt sie Merle was genau passiert ist. Merle ist qualifizierte Schulbegleiterin und will es ganz genau wissen.

Im Schreibdiktat bekommt Jolie dann die Gelegenheit, ihr ganzes Wissen über die Schriftsprache einzubringen. Sie benennt die Anlaute der Wörter und tippt sie in die Sprechblasen. Den Rest ergänzt dann Merle.

Merle liest vor und Jolie ändert oder stimmt zu – mich erfüllt es mit Freude, diese intensiven Momente zu beobachten.

 

Unterstützt kommunizieren

Heute haben wir Jacks Geburtstag gefeiert. Er hat sich über sein Geschenk riesig gefreut. Natürlich gehören  zu einer Feier neben den Gästen auch Kuchen und Naschis.

Am Nachmittag gehen wir noch einmal in den PC-Raum. Alle haben eine genaue Idee, was sie tun wollen. Vivien kommuniziert mit einem Tobii-Computer, den sie mit ihren Augen steuert. Auf die Frage, was sie gerne tun würde, antwortet sie schlagfertig: „Gummibärchen probieren“

Fliegende Einhörner – die gibt es am Weidemoor! Vivien steuert mit ihrem Computer verschiedene Spielzeuge. Jamaine ist sichtlich erstaunt:

„Wie macht sie das?“

Die Frage passt gut in unseren Sachkundeunterricht, denn das Handlungsfeld Medien thematisiert Information und Kommunikation zur Gestaltung gesellschaftlicher Teilhabe.

An unserer Schule ist fast jede Klasse mit einem Smartboard, zwei Computern und verschiedenen Geräten zur Unterstützten Kommunikation ausgestattet. Das ermöglicht meinen Kolleginnen und Kollegen zum einen eine große Methodenvielfalt, um Lernangebote spannend, kindgerecht und zeitgemäß zu gestalten; zum anderen bieten sie Schülerinnen und Schüler vielfältige Teilhabe- und Teilgabechancen, um ein möglichst selbstbestimmtes und glückliches Leben in unserer Gesellschaft zu führen.

Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung